Wie alles begann

Benny vom Haus Hornemann geb. 02.12.1992
-  Vater: Albert von Godewind (b), Mutter: Danny vom Haus Hähnel (s) -

Es war 1991, unser Haus war saniert und unsere Kinder: Thomas 17 Jahre, Steffi 10 Jahre und Ralph 6 Jahre alt. Meiner Meinung nach war der richtige Zeitpunkt gekommen, meinen Kindheitswunsch einen eigenen Hund zu besitzen, jetzt zu erfüllen. Die Kinder waren sofort begeistert, mein Mann eher nicht.

Ich wollte sehr gern einen Schäferhund haben, der nach meinem Empfinden der klassische Freund und Beschützer seiner Menschen war. In der Familie meines Mannes gab es in seiner Kindheit einen Hovawart. Von dieser Rasse hatte ich bisher noch nichts gehört. Na gut dachte ich, wenn schon kein Schäferhund vielleicht will er ja einen Hovawart…… Als nächstes wurde ein Hovawartbuch gekauft und gelesen. Ich war sofort begeistert.
Nach meiner Interpretation würde ich einen Hund bekommen ,der neben seinem prachtvollen pflegeleichten Fell und seiner imposanten Gestalt nach Erlernen einiger Grundregeln mein treuer ,souveräner Freund und Bewacher unserer Familie sein würde. Der Hinweis, dass diese Hunde manchmal auch “Sofawarte” sein könnten entsprach sehr meinem Sinn nach Gemütlichkeit……..
Im Frühjahr 1992 entdeckte ich rein zufällig auf Plakaten den Hinweis auf eine Hovawart -Ausstellung in Thale.
Ausrichter war der Hovawart-Verein Deutschland e.V. mit Sitz in Thale. Es war einfach toll auf der Ausstellung. Viele prachtvolle Tiere in allen Farbschlägen und nette Menschen die bereitwillig Auskunft gaben. Mir hat am besten ein sehr großer, fast gleichmäßig weißblonder junger Rüde gefallen. Er hieß Albert vom Haus Hornemann. Sein Züchter war ebenfalls auf der Ausstellung und erzählte mir ,dass er eine Wiederholungsverpaarung plane. Ich habe freudig meine Tel.-Nr. hinterlassen, mit dem Wunsch aus dem nächsten Wurf einen blonden Rüden mit Namen Benny zu bekommen. Als am 02.12.92 dann tatsächlich der Anruf kam, das unser Hovawart geboren wurde ,war ich dann doch erst mal erschrocken, dass es nun tatsächlich so weit war. Noch vor Weihnachten fuhren wir zum Züchter und suchten uns den hellsten blonden Rüden aus. Im Februar kam dann mein Benny.
Inzwischen war eine große gut isolierte Hütte gebaut worden, denn ich hatte mir sagen lassen, dass diese Hunde draußen bleiben. Damit ich ihn immer sehen konnte, stand die Hütte gleich neben der Terrassentür….

Mehrmals täglich ging jemand mit ihm spazieren, die übrige Zeit lag er vor der Tür auf dem Tisch und wartete das jemand kam. Der große Garten an unserem Haus interessierte ihn allein gar nicht…..Benny blieb bis zum Sommer draußen.
Ab April nahmen wir unsere Mahlzeiten im Garten ein, die Terrassentür war ständig offen und Benny ist irgendwann als es heiß war, im Haus eingezogen. Bald gab es einen Liegeplatz vor der Schlafzimmertür, ein Benny -Sofa im Wintergarten und eine Sofaecke im Wohnzimmer…….. . Gleich mit dem Kauf des Hundes sind wir Mitglied im Hovawart-Verein geworden. Im Frühjahr haben wir dann unsere Grundausbildung begonnen. Benny lernte bereitwillig sitz, platz, fuß und war auch schnell leinenführig. Das war’s dann aber auch schon. Er hatte keine Lust und ich eigentlich auch nicht, die Möglichkeiten des Hundesports auszuschöpfen…. Nach bestandener Jugendkörung in der uns bestätigt wurde, das er von Aussehen und Wesen dem Standard des Hovawartes entsprach, haben wir den Hundeplatz erst mal sträflich vernachlässigt. Bei den Ausstellungen die wir besuchten, wurde seine Erscheinung und sein Wesen gebührend gelobt. Leider hatte sich Bennys Nase entschieden, eine ganzjährig rein rosa ” Schweinenase” zu sein, was natürlich überhaupt nicht dem Standard entspricht und deshalb immer nur zu einem “sehr gut” in der Beurteilung führte. Fast anderthalb Jahre haben wir gar nichts mehr im Sinn gehabt mit Verein und Hundeplatz. Ich bin dankbar das unser Verein mich trotzdem ermutigt hat, mit Benny die Hauptkörung (Zuchttauglichkeitsprüfung) zu absolvieren. Benny war inzwischen ein souveräner fast eigenständig entscheidender, sicherer Rüde geworden. Ich hatte arge Bedenken ,ob er mich bei der Körung denn auch suchen würde wenn es von ihm erwartet wird….., oder ob er schon mal zum Auto geht usw. Vom Körmeister wurde uns vorab alles erklärt, was vom Hund und seinem Besitzer erwartet wird und dann ging es los.

Und es lief alles super.. Mein Benny der in keinster Weise vorbereitet war, absolvierte alles einschließlich Fährte vorbildlich. Ich war sehr stolz als mich zum Abschlussgespräch der Körmeister Karl -Ernst Mertens fragte ,ob Benny mein erster Hund sei und als ich es bejahte , mir erklärte das ich einen fantastischen Hovawart hätte……. Steffi absolvierte mit Benny beim THW eine Ausbildung zum Rettungshund. Er liebte es in den Trümmern zu suchen, Schlauchboot zu fahren und über Pontonbrücken zu laufen. Die schwierigste Übung war für ihn zunächst zu bellen also” Laut” zu geben wenn er etwas gefunden hatte. Drei Jahre lang, bis Steffi zum Studium ging ,waren beide jeweils Sonnabends im Einsatz .1995 kam dann unser Bengi von der Asseburg zu uns. Zwischen beiden Rüden gab es niemals Auseinandersetzungen oder Beißereien. Ich hatte 1996 eine Zuchtwartausbildung begonnen, da ich darin eine Möglichkeit sah, mein Wissen über diese schöne Rasse zu vertiefen und meinem Verein ein wenig zu nutzen. Seit meiner bestandenen Prüfung 1999 bin ich als Zuchtwart in unserem Verein tätig.10 Jahre haben mich meine beiden Rüden treu begleitet. Leider erkrankte Benny in seinem 10. Lebensjahr an seiner Wirbelsäule .Letztendlich konnte er nicht mehr laufen und seine Ausscheidungen nicht mehr kontrollieren. Ich hatte das Gefühl, dass er mir anzeigte das er genug gelebt hat. Am 12.2.2003 habe ich ihn dann erlösen lassen. Rein zufällig entdeckte ich einige Tage später auf unserer Züchterseite, das im Zwinger Wietmarscher Moor am 02.02.03 eine blonde Hündin neben 10 schwarzmarkenen Geschwistern geboren wurde und der Vater Haldor von Godewind ist……. So kam Blanka vom Wietmarscher Moor zu uns. Im Andenken an Benny habe ich sie Betty genannt, obwohl Blanka viel hübscher klingt und sie sowieso eine eigene Persönlichkeit ist, aber das ist eine andere Geschichte…….

Bengi von der Asseburg geb. 29.06.1995
-  Vater: Barney vom Fleischereck (sm), Mutter: Daffy vom Kloster Rohrbach (sm) -

genannt Bonto begleitete und bewachte uns 12 Jahre lang.In seiner Jugend war Bonto kein einfacher Hovawart.Wenn er spürte ,dass jemand Unsicherheit zeigte, egal ob Hund oder Mensch biss er schon mal ohne Vorwarnung zu. Deshalb habe ich ihn auch niemals als Deckrüden eingesetzt, obwohl er ein optisch sehr schöner Hovawart war, der auch im hohen Alter kein graues Haar und und  blendend weiße Zähne hatte. Seine letzten vier Jahre, erst mit Betty und später auch Emy , war Bonto sicherer Bewacher  seiner Damen und genoss es “Hahn im Korb” zu sein. Ohne  Krankheitsanzeichen ist er am 08.07.07 ruhig verstorben.